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Eos Blog 2024

Erste Segeltage

Am Freitag Nachmittag sind wir endlich soweit, alle Teile sind repariert, eingebaut und getestet, um dreiviertel drei lösen wir die Leinen und motoren los. Der Wetterbericht lässt Schwachwind erwarten, aber schon nach einer Stunde können wir Segel setzen, und zeitweise erreichen wir bei 5 Bft im glatten Wasser des Pagasitischen Golfs über 6kn.

Golf von Volos, unsere Route in schwarz

Bedingt durch die Windrichtung (SE) entscheiden wir uns für die Westseite des Golfs und steuern die lange Bucht von Nies an, wo ich zunächst im südlichen Teil ankern will. Dort kommen aber vom 900m hohen Berg dauernd Fallböen mit 20kn runter, und wir fahren dann doch zurück in den NE-Teil der Bucht, wo es tatsächlich viel ruhiger ist.

Von den Muringbojen der Fischer halten wir respektvoll Abstand, denn genau hier hatten wir vor einigen Jahren den Anker kaum mehr hochgekriegt, weil er sich in einem fremden Grundgeschirr verhakt hatte…

Chillen am Ankerplatz

Samstag 1.6.24

Nach einer herrlich ruhigen Sternennacht, morgendlichem Bad und kräftigen Frühstück verlassen wir den Golf. Kaum ist der Leuchtturm bei Kyriaki erreicht, kommt auch schon die Tagesbrise auf, natürlich aus Ost – wo wir hin wollen.

Nach 35 Meilen mit 5 Kreuzschlägen erreichen wir in 7 Stunden das Inselchen Pontikonisi an der Nordecke von Euböa, und ankern, wieder als einzige Yacht, in einer kleinen Bucht.

Der zum heutigen 40. Hochzeitstag geplante Restaurantbesuch wird erstmal verschoben, und durch Christels Bordküche (drei leckere Gänge!) ersetzt.

Obwohl der Wind im Laufe des Abends allmählich einschläft, schaukelt die quer laufende Dünung uns die ganze Nacht durch.

Sonntag 2.6.24

Am Ankerplatz: Dinghy-Probefahrt mit dem neuen Torqeedo.

Idealer Segelwind mit 10-14 Knoten bringt uns gemütlich vorbei an Skiathos, nach Loutraki auf Skopelos.

Skiathos Stadt mit Ferienflieger im Anflug

Unser eigentliches Tagesziel liegt rund 200m höher, es ist das alte Dorf Glossa, wo wir im vielgelobten Restaurant Agnanti am Abend einen Tisch reservieren.

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Saisonstart 2024: die übliche Bastelei

Seit Dienstag (28.5.24) sind wir wieder auf der Eos, bei ruhigem Sommerwetter in Volos.

Die ersten Tage dürfen wir – wie leider schon gewohnt – mit ungeplanten Reparaturarbeiten, aber auch einigen geplanten Verbesserungen am Boot verbringen.

Gas, Wasser, Schei…

Im Oktober hatte ich Alex eine mittellange Todo-Liste hinterlassen. Zum Beispiel war die Gasdruckfeder vom Rodkick (Baumhochholer) fest gefressen, und man hatte mir längst versichert, das sei erledigt. Tatsächlich lag das Ersatzteil im Lager und wartete darauf, eingebaut zu werden. Ebenso war im Oktober eine Wasserleitung undicht gewesen, ein Klempner hatte im Winter dann ohne sich mit uns abzustimmen, alle Verbinder ausgetauscht (die meisten ohnehin neu). Genervt musste ich am Dienstag feststellen, dass immer noch mehrere Stellen leckten !! Immerhin kam der von Alex beauftragte Handwerker am Mittwoch, bekannte sich schuldig und tauschte einige falsch dimensionierte Flansche aus.

Dann musste ich noch die WC-Pumpe austauschen, die alte war durch Materialermüdung undicht geworden

Das beste aber: beim ersten Versuch, Tee zu kochen, stellte sich raus, dass der Gasherd gar nicht angeschlossen war! Alex schaffte es immerhin, (wofür er 7 Monate Zeit gehabt hätte…) den fehlenden Flansch zu organisieren. Manche ersetzen eben jedwede Planung und Organisation durch Improvisationstalent.

… und mehr basteln

Aber auch ich mache Fehler: hier die Story vom neuen Kompass. Den hatte ich in Deutschland gekauft und mit DHL nach Volos geschickt. Der alte hatte eine große Luftblase und die Beleuchtung ging nicht mehr. Der Einbau wäre eigentlich kein Problem, nur dummerweise hab ich ihn fallenlassen, so dass das Kabel von der eingebauten LED-Leuchte abriss! Nach viel Fummelei mit dem winzigen, im Kabel integrierten Widerstand hätte ich fast aufgegeben – ein unglaubliches Glück, dass ich genau diese LED inklusive Kabel noch als Ersatzteil hatte – dieses hatte ich ursprünglich zum alten Kompass gekauft, es aber nicht eingebaut. Somit konnte ich endlich am Freitag diese Arbeit abschließen.

Wenigstens gab es bei unserem anderen Bastelprojekt keine Komplikation: ein neues Bettsystem für mehr Schlafkomfort konnte Christel problemlos einbauen.

Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen… – hier nur noch die beiden wichtigsten, erfreulichen Punkte:

Unser neuer elektrischer Außenborder (Torqeedo), per Fracht nach Volos geliefert, wird ausgepackt..
… und der neue Heimathafen aufgeklebt!

Im Land der Kentauren

Donnerstag unterbrechen wir die Reparaturen, um per Auto endlich den Pilion zu entdecken, den Gebirgszug, der den Golf von Volos von der Ägäis trennt. Hier hausten die mythischen Kentauren, heute gibt es an den steilen Bergen ein Skigebiet, viele Serpentinen und tolle Ausblicke auf Golf und Ägäis.

Volos von oben
Die Unwetter vom Herbst 2023 haben am Pilion einige Brücken zerstört – jetzt wieder befahrbar.
Die 1000jährige Platane von Tzagarada

…in Kürze mehr: seit Freitag 15 Uhr sind wir tatsächlich unterwegs! …