Dienstag, 26. Mai 2026
Wir bleiben in Arki und erledigen verschiedene Arbeiten am Boot: Polieren, Fockfall nachspannen, Winsch schmieren.
Baden, abends mit Sabine und Thomas aus Wien Wein bei Manolis.
Mittwoch 27. Mai 2026

Bei schwachem Wind motoren wir am Morgen los und erreichen nach knapp vier Stunden eine herrliche, einsame Bucht auf der Insel Fourni, ein idealer Badestopp vor der Weiterfahrt nach Ikaria. Zeitweise hat Äolos doch noch ein Einsehen und schickt uns am Nachmittag noch eine Brise, wenn sie auch nicht bis zum Ziel anhält. Tagesziel ist die kleine, relativ neue Marina in Agios Kirykos, der Inselhauptstadt von Ikaria. Erster Eindruck beim Landgang: ist das alles?! Ein paar Tavernen gruppieren sich um den fast leeren Stadthafen, ein paar enge Altstadt-Gassen, eine Tankstelle – in jeder Richtung ist die „Stadt“ nach ein paar hundert Meter zu Ende, und grüne, Berglandschaft beginnt.
Am Abend erfreue ich mich noch eines speziellen Erlebnisses: als ich in der Marina mit einem jungen Briten ins Gespräch komme, bietet er mir eine Rundtour durch sein Schiff an. Es ist eine Super Maramu 2000 von der traditionsreichen französischen Amel-Werft. Mit zwei Masten und 16m Länge ist sie nicht nur ein echtes Schmuckstück klassischen Yachtbaus, sondern auch mit jedem erdenklichen Komfort ausgestattet: Bugstrahlruder, sämtliche Schoten und Reffleinen über elektrische Winschen bedienbar und damit einhand-tauglich, Wasch- und Spülmaschinen, Starlink, Gefrierschrank, Klimaanlage, Mikrowelle…
Auch in punkto Sicherheit gelten die Amels als überragend, z. B. durch feste Stahlrohr-Relinge und wasserdichte Schotte. Ebenso wie über das Schiff staune ich über die Eignerfamilie: der 91-jährige, aus dem Allgäu stammende Vater segelt mit seinen beiden Söhnen unter der Flagge des Steuerparadieses Isle of Man, wo die Familie wohnt.
Donnerstag 28. Mai 2026
Beim morgendlichen Gang zum Bäcker erlebt Christel zum ersten Mal die Kein-Stress-Mentalität der Einwohner: Christels Staunen, dass der Bäcker um 8 noch nicht offen hat, provoziert die Gegenfrage, warum man denn so früh aufstehe?
Vielleicht haben die Ikarioten dieser Einstellung auch ihre viel gerühmte und nachgewiesene Langlebigkeit zu verdanken: nirgendwo gibt es nämlich mehr Hunderjährige als hier.
Heute bleibt die Eos im Hafen, und wir erkunden die Insel mit dem Mietwagen. Sie ist zwar nur 40km lang, aber besteht nur aus Bergen. Teils über 1000m hoch, sind sie nur mit vielen zeitraubenden Serpentinen zu überwinden, und wir sitzen fast fünf Stunden im – ausnahmsweise heute unklimatisierten -Wagen. Aber wir werden belohnt mit Ausblicken auf grüne Wälder, felsige Küsten und die türkisblaue Ägäis mit einigen großartigen Stränden.











Freitag, 29. Mai 2026
Eine halbe Stunde zu Fuß von Kirykos liegt das Örtchen Therma, das seinen Namen einer heilsamen heißen Quelle unmittelbar an der Felsküste verdankt. Zeitweise wurde sie für einen Kurbetrieb mit Hammam genutzt, aber das Gebäude ist verlassen. Wir setzen uns mit den anderen Badenden zwischen die Felsen, wo das 50° heiße Mineralwasser sich mit dem kühlen Meerwasser vermischt. Weil das Wasser auch Radon enthält und leicht radioaktiv ist, bleiben wir aber nicht zu lange.
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