In den letzten Tagen vor dem vereinbarten Krantermin bleiben wir auf Leros – von Panteli aus zunächst vor Anker in Xirokampos im Süden, dann für zwei Nächte in der Lakki Marina, wo wir den Dieseltank auffüllen, Dinghy flicken, erste Aufräumarbeiten erledigen und einen Sack Wäsche in der Wäscherei abgeben.
Gegen den Wind bei 6 Beaufort: erstmals in diesem Jahr kommt am letzten Tag die Segeljacke zum Einsatz
Dass wir die Eos in Lakki auch gründlich mit Süßwasser abspritzen, erweist sich allerdings als verfrüht: auf den letzten Meilen am Freitag von Lakki nach Partheni schickt uns der Meltemi Böen bis 30kn von vorne, und das bedeutet, dass Salzwasser über das ganze Deck bis achtern zum Steuermann spritzt. Also nach dem Auskranen am Samstag nochmal mit Süßwasser abwaschen.
Samstag früh: der Travellift holt Eos an Land!
Samstag und Sonntag dann letzte Arbeiten: Leinen waschen, alles verstauen, Dinghy einpacken und so weiter.
Montag 22. Juni 2026: Leros – Kos – München
Am Montag bringt uns Dodekanisos Seaways von Agia Marina (Leros) nach Kos, und Condor weiter nach München.
Das war’s für dieses Frühjahr: 5 Wochen unterwegs, davon 4 Wochen im Wasser, 1 leichtes Gewitter, 35 Sonnentage, 330 Seemeilen, 6 Häfen, 15 Ankerplätze, 13 besuchte Inseln. (Siehe auch Karte)
Die Insel Kalymnos ist für zwei Dinge berühmt: Klettern und Schwammtaucher. Letztere haben hier eine jahrhundertealte Tradition, die sich heute vor allem in einem Museum über diesen harten Beruf, und in vielen Läden für Naturschwämme zeigt.
Hafen Vathy von Westen…… und von oben (Eos: rechts vom Kat)
Der vielleicht schönste Hafen auf Kalymnos ist das kleine Vathy im Südosten. In der engen Felsbucht haben außer vielen Fischerbooten maximal 10 Yachten Platz, und das Anlegen ist heikel, weil der Anker nahe der gegenüberliegenden Felsküste geworfen werden muss. Zum Glück ist der lokale Schwammverkäufer Manolis auch ein gewiefter inoffizieller Hafenmeister und gibt kompetente Hilfe und klare Anweisungen. Unter Seglern wird er passend zu seiner Kopfbedeckung „Spongebob“ genannt.
ManolisZur Mittagszeit legen in Vathy mehrere „Piratenschiffe“ aus Kos an und überschwemmen den stillen Ort mit hunderten lauten Touristen – ab 15 kehrt dann wieder Ruhe ein.Im Hinterland von Vathy, dem grünen „Zitrustal“ werden Mandarinen, Orangen und Gemüse angebautBlick von Vathy nach Osten, hinten die türkische Küste mit den Siedlungen um Bodrum
Dienstag 16.Juni 2026 Panteli/Leros
Mit Vathy haben wir den südlichsten Punkt unserer Reise erreicht. Am Samstag wartet der Kran in Partheni, um Eos wieder aus dem Wasser zu holen. So fahren wir am Dienstag schon mal nach Panteli im Osten von Leros.
Ansteuerung von Panteli
Mit seinen Windmühlen und der venezianischen Burg bietet es immer wieder einen imposanten Anblick.
Von Levitha geht es in östlicher Richtung weiter, wegen Schwachwind leider mit kräftiger Unterstützung von Volvo. Wir ankern in Xirokampos, der südlichsten Bucht von Leros.
„Krabben“-Kapelle auf Xirokampos
Am Abend wandern wir zu einem verlassenen Militärgebäude oben am felsigen Berg. Leros wurde ja nach Ende der Türkenherrschaft (1912) in den 1920er Jahren von Italien übernommen und zu einer Festung ausgebaut, bis es 1943 in der mehrwöchigen furchtbaren Schlacht von Leros von den Nazis erobert wurde. Viele Ruinen und Bunker erinnern an diese Zeit.
Italuenische und deutsche Soldaten haben hier kunstvolle Wandmalereien hinterlassen
Eigentlich hatten wir eine von Kommot vorgeschlagene Rundwanderung geplant, aber irgendwann nach knapp zwei Stunden verliert sich der Weg zwischen Ziegenherden und Felsen und ist trotz GPS und online-Karte nicht mehr zu finden – wir gehen also den gleichen Weg zurück.
Samstag/Sonntag, 13./14. Juni 26 Xirokampos
Sehr unruhige Nacht, der Meltemi zerrt an unserem Anker. Wegen des weiterhin angesagten Starkwinds bleiben wir noch hier.
Mit dem Inselbus, der im Sommer zuverlässig 5 mal werktäglich alle Orte von Leros verbindet, fahren wir nach Lakki zum Einkaufen, und von dort zu Fuß zum Kriegsmuseum. Es ist in einem Tunnelsystem der Italiener untergebracht, zeigt allerlei Objekte der verschiedenen Armeen, und einen Film über die Schlacht von Leros.
BunkeranlagenEingang zum KriegsmuseumMit solchen Ketten wurde die Bucht von Lakki gegen U-Boote gesperrt
Von Patmos segeln wir ein weiteres Mal nach Lipsi, diesmal in die „Südbucht“ mit der beliebten Taverne „Delaila“. In der großen Bucht ankern mehr als 20 Yachten.
Inselgruppen Arki und Lipsi
Donnerstag 11. Juni 26 Levitha
Levitha ist der westlichste Punkt unserer Reise. Von Lipsi erreichen wir es in gut 5 Stunden. Auf dieser abgelegenen Insel auf halbem Weg zu den Kykladen gibt es nur einen einzigen Hof. Der Bauer bewirtschaftet ein paar Felder und bietet den Seglern – niemand sonst kommt dort hin – seine Produkte in einem einfachen Restaurant an. Er hat auch 15 stabile Bojen ausgelegt, und wir erwischen die vorletzte.
Ostbucht von Levitha mit BojenfeldSpirituosenbar auf einer Charteryacht
Jetzt ist es mit dem Südwind vorbei, nach einer Beinahe-Flaute am Freitag kommt am Samstag wieder der gewohnte Nordwind Meltemi auf, und zwar laut Prognose gleich für mindestens eine Woche. Er weht recht gleichmäßig und vorhersehbar, am Vormittag eher Nord, am Nachmittag eher Nordwest und zum Spätnachmittag zunehmend. Zum Glück soll die Stärke mit 4-5 Beaufort noch in unserer Komfortzone bleiben und nur in Böen bis 24kn (Stärke 6) erreichen.
So steuern wir am Samstag die ost-nordöstlich von Arki gelegene Insel Agathonisi an, zunächst noch stark gerefft bei kräftigen Böen, dann immer komfortabler, die etwa 15 Meilen sind in knapp drei Stunden gut bewältigt, und wir ankern in der einsamen Bucht Palos im Osten (siehe auch Karte).
Ormos Palos, Agathonisi
Am Abend ein zweistündiger Spaziergang über einen Treppenweg und die breit ausgebaute Straße bis zum Ortsrand.
Laut Wikipedia lebten 2011 auf Agathonisi 185 Menschen. Verkehr gibt es hier so gut wie nicht, bis auf ein paar Militärfahrzeuge.
Wir bleiben auch noch am
Sonntag 7. Juni
in der ruhigen Bucht und beschäftigen uns unter anderem mit Stricken und Verschönerungsversuchen am Gelcoat, und am Boden…
Christel wischt den Salon
Montag 8. Juni Patmos
Dann wird es Zeit, unsere Vorräte aufzustocken. Wir fahren deshalb nach Patmos, wo es Supermärkte, Bäcker und alles weitere gibt.
Trotz 25° C mit Hoodie bei 5 Beaufort
Die 26sm dorthin sind die bisher größte Tagesreise auf diesem eher gemütlichen Törn. Der Wind schwankt zwischen 22kn und 12kn, so dass wir mehrmals die Segelfläche anpassen müssen, dafür aber Raumschotsegeln vom Feinsten erleben dürfen, mit unserer Rekordgeschwindigkeit von gut 7kn über Grund.
Den Hafen von Patmos erreichen wir am frühen Nachmittag; der Marinero steht schon bereit, die Leinen anzunehmen. Es ist in den letzten Jahren üblich geworden, für diesen Service 5€ zu verlangen, immerhin bekommen wir dafür eine Quittung. Zusätzlich ist natürlich eine moderate Liegegebühr von ca. 8€ pro Tag fällig, allerdings zählt man hier An- und Abreisetag separat, also 16€ für eine Nacht, immer noch anständig im Vergleich mit Kroatien, Italien oder der Türkei!
die schlanke Eos (3,6m breit), eingequetscht zwischen fetten CharteryachtenBlick vom gut belegten Yachtkai zur Chora
Mittags lobe ich noch unser Boot dafür, dass dieses Jahr noch keine ernsten Schäden aufgetreten sind: Ankerwinsch, Motor, Kühlschrank, Dinghy, die ganze Segeltechnik, Navi-Elektronik, Autopilot…. – alles funktioniert anstandslos.
Zu früh gelobt! – Am Nachmittag ist plötzlich der Boden im Bad ganz nass. Das Wasser kommt aus dem Sch(…)-Schlauch, der vom neu eingebauten WC zum Fäkaltank führt. Nicht so schön. Die Rohrschellen sind fest angezogen, aber leider ist der Anschlussstutzen der neuen Pumpe gebrochen. Ein Ersatz ist hier im Hafen nicht aufzutreiben, und ich muss mittels Epoxy-Kleber und Dichtband eine Abdichtung improvisieren. Möge Kalliope, die Muse der Dichtkunst uns helfen, dass es lange halte.
Riss am Anschlussstutzen
Dienstag 9. Juni Patmos
In Patmos ankern häufig nicht nur große Kreuzfahrschiffe, sondern auch die schönsten Luxussegelyachten. Wir bewundern nacheinder die Viermaster Star Clipper und Wind Star.
Star Clipper vor Patmos
Nach letzten Einkäufen segeln wir in eine der zahlreichen schönen Buchten von Patmos und ankern dort zunächst zum Baden, Essen und Blog schreiben. Wegen fieser pieksender Mücken wechseln wir für die Nacht noch in die Nachbarbucht, leider folgen uns die Biester, und von Autan bis zur Moskitospirale werden alle Verteidigungsmittel aufgefahren. Trotzdem genießen wir den einsamen Platz mit Blick auf die Chora von Patmos mit dem imposanten Felsenkloster.
Chora von Patmos, rechts die Celestyal Discovery, 202m, 1266 PassagiereEr stand hier eine ganze Stunde reglos, so dass wir tatsächlich zweifelten, ob er lebt!
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Der morgens noch graue Himmel klart gegen Mittag auf, der Südwind weht gleichmäßig mit 12kn und schiebt uns von unserem Ankerplatz auf Patmos in zwei Stunden raumschots nach Arki. Auch heute haben wir Glück und finden den fast letzten freien Platz an der Mole von Port Augusta.
Auf einem langen Spaziergang über die Insel wird uns deutlich, dass die Menschen hier – abgesehen vom Segeltourismus – leben fast wie vor hundert Jahren. Uralte Steinmauern teilen die ganze Insel in die Bereiche der jeweiligen Bauern, und Schafe und Ziegen laufen frei umher. Immerhin gibt es Strom von einem kleinen Solarpark und Dieselgenerator.
Eindrücke aus der BordkücheAuch am schönsten Strand: leider Zivilisationmüll!
Freitag 5. Juni Arki
Zum Geburtstag gibt es an Bord Kaiserschmarrn!
Ansonsten Baden, Bummeln, Basteln…, Abendessen beim 72jährigen Trypas. Lemon Pie auf’s Haus.
Am Samstag sind wir ohne Internet, daher veröffentliche ich diesen Beitrag erst verspätet am Dienstag auf Patmos.
Obwohl ein Teil der Crew das karibik-türkise Wasser unserer Ankerbucht Plati Gialos (Glaros) am liebsten gar nicht verlassen will, steuern wir nach drei einsamen Nächten wieder mal einen Hafen an, den schmucken Hauptort von Lipsi. Im beliebten Hafen teilt uns der Marinero den letzten freien Platz an der Innenseite der Mole zu – dort liegt man etwas ruhiger als an der schaukeligen Außenseite.
Eine Wiener Chartercrew lädt uns zum Anlegeschluck auf ihre Oceanis 41, abends schließen wir uns ihnen zum Essen bei Manolis an, dessen Gastfreundschaft und gute Küche immer mehr Crews anzieht.
an der Mole von LipsiFischernetze in Lipsi
Mittwoch 3. Juni 2026 Patmos
Der leichte Südwind hält an, die See bleibt glatt wie der Chiemsee. Wir segeln 13sm an die Nordküste von Patmos, wo wir in der Bucht Agios Nikolaos ankern – wieder mal als einzige Yacht. Ein Fischerboot tuckert durch die Bucht und macht an einer kleinen Steinpier fest.
Agios Nikolaos
In der sternklaren Nacht klingt vom Land her das Heulen wilder Tiere, was das wohl ist… ?
Jetzt mit Google-Karte
Damit ihr unsere Reise noch besser verfolgen könnt, findet ihr hier eine Karte mit unseren verschiedenen Ankerplätzen. Sie wird allerdings nicht automatisch aktualisiert, sondern nur, wenn ich dran denke und Internet-Verbindung habe.
Am Nachmittag lässt der Wind etwas nach, wir verlassen Ikaria und segeln bei besten Bedingungen (14-19kn raumschots) die knapp 10sm zur Inselgruppe Fourni. Neben der geichnamigen Hauptinsel gehört dazu Thymaina und mehrere unbewohnte Eilande. Wir wählen eine Bucht an Thymainas Ostseite, die wir schon von unserer Reise 2023 kennen.
Anders als erwartet halten die Böen mit über 20kn bis etwa Mitternacht an, aber mit 45m Kette gibt unser Rocna-Anker uns Sicherheit.
Sonntag, 31. Mai 2026
Der Wind schläft im Lauf des Vormittags fast völlig ein, wir genießen die Ruhe am einsamen Ankerplatz und motoren dann in einer halben Stunde zur gegenüberliegenden Kampi-Bucht. Von dort ist der Hauptort Kampos in 0,7sm mit dem Dinghy zu erreichen, wir bummeln durch den hübschen Ort und zu den auf einem Hügel gelegenen ehemaligen Windmühlen. Kampos hat nicht nur einen relativ großen Fischerhafen, sondern auch täglich mehrere Fährverbindungen nach Samos und Ikaria.
Statt weiterer Worte heute nur eine Bilderauswahl…
BordkücheUnser Ankerplatz bei KampiDurchfahrt Diapori, Tiefe <1m, nicht für Yachten!Hauptstraßè in KamposRecycling-FischHafen Kampos
Montag 1. Juni 2026, 42. Hochzeitstag
Schwacher Südwind, teils Motor, teils Segel, mit Zwischenstopp auf Grillousa (Arki-Archipel) nach Lipsi.
Aufgrund der eher seltenen Südwind-Lage können wir erstmals die hübsche Bucht „Glaros“( Möwe) an Lipsis Nordküste anlaufen, wo wir für die Nacht ankern.
Wir bleiben in Arki und erledigen verschiedene Arbeiten am Boot: Polieren, Fockfall nachspannen, Winsch schmieren.
Baden, abends mit Sabine und Thomas aus Wien Wein bei Manolis.
Mittwoch 27. Mai 2026
Ansteuerung Kirykos
Bei schwachem Wind motoren wir am Morgen los und erreichen nach knapp vier Stunden eine herrliche, einsame Bucht auf der Insel Fourni, ein idealer Badestopp vor der Weiterfahrt nach Ikaria. Zeitweise hat Äolos doch noch ein Einsehen und schickt uns am Nachmittag noch eine Brise, wenn sie auch nicht bis zum Ziel anhält. Tagesziel ist die kleine, relativ neue Marina in Agios Kirykos, der Inselhauptstadt von Ikaria. Erster Eindruck beim Landgang: ist das alles?! Ein paar Tavernen gruppieren sich um den fast leeren Stadthafen, ein paar enge Altstadt-Gassen, eine Tankstelle – in jeder Richtung ist die „Stadt“ nach ein paar hundert Meter zu Ende, und grüne, Berglandschaft beginnt.
Am Abend erfreue ich mich noch eines speziellen Erlebnisses: als ich in der Marina mit einem jungen Briten ins Gespräch komme, bietet er mir eine Rundtour durch sein Schiff an. Es ist eine Super Maramu 2000 von der traditionsreichen französischen Amel-Werft. Mit zwei Masten und 16m Länge ist sie nicht nur ein echtes Schmuckstück klassischen Yachtbaus, sondern auch mit jedem erdenklichen Komfort ausgestattet: Bugstrahlruder, sämtliche Schoten und Reffleinen über elektrische Winschen bedienbar und damit einhand-tauglich, Wasch- und Spülmaschinen, Starlink, Gefrierschrank, Klimaanlage, Mikrowelle…
Auch in punkto Sicherheit gelten die Amels als überragend, z. B. durch feste Stahlrohr-Relinge und wasserdichte Schotte. Ebenso wie über das Schiff staune ich über die Eignerfamilie: der 91-jährige, aus dem Allgäu stammende Vater segelt mit seinen beiden Söhnen unter der Flagge des Steuerparadieses Isle of Man, wo die Familie wohnt.
Donnerstag 28. Mai 2026
Beim morgendlichen Gang zum Bäcker erlebt Christel zum ersten Mal die Kein-Stress-Mentalität der Einwohner: Christels Staunen, dass der Bäcker um 8 noch nicht offen hat, provoziert die Gegenfrage, warum man denn so früh aufstehe?
Vielleicht haben die Ikarioten dieser Einstellung auch ihre viel gerühmte und nachgewiesene Langlebigkeit zu verdanken: nirgendwo gibt es nämlich mehr Hunderjährige als hier.
Heute bleibt die Eos im Hafen, und wir erkunden die Insel mit dem Mietwagen. Sie ist zwar nur 40km lang, aber besteht nur aus Bergen. Teils über 1000m hoch, sind sie nur mit vielen zeitraubenden Serpentinen zu überwinden, und wir sitzen fast fünf Stunden im – ausnahmsweise heute unklimatisierten -Wagen. Aber wir werden belohnt mit Ausblicken auf grüne Wälder, felsige Küsten und die türkisblaue Ägäis mit einigen großartigen Stränden.
interessante Leitplanken-KonstruktionAltes SchieferdachTraumstrand bei Nas im WestenThermaEos in der Marina Kirykos
Freitag, 29. Mai 2026
Eine halbe Stunde zu Fuß von Kirykos liegt das Örtchen Therma, das seinen Namen einer heilsamen heißen Quelle unmittelbar an der Felsküste verdankt. Zeitweise wurde sie für einen Kurbetrieb mit Hammam genutzt, aber das Gebäude ist verlassen. Wir setzen uns mit den anderen Badenden zwischen die Felsen, wo das 50° heiße Mineralwasser sich mit dem kühlen Meerwasser vermischt. Weil das Wasser auch Radon enthält und leicht radioaktiv ist, bleiben wir aber nicht zu lange.
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Für Montag sind die Wetterberichte widersprüchlich: der eine warnt vor Böen bis 27 kn, andere versprechen gute Segelbedingungen um 10 bis 16kn, allerdings aus Nord, wo wir hinwollen. Weil schon in der Nacht zum Montag und am Montagmorgen die angedrohten Böen ausgeblieben sind, glauben wir der optimistischeren Prognose und segeln mit vorsichtig gerefften Segeln aus der Bucht. Aber der Wind ist so schwach, dass wir doch alle Segelfläche setzen, und bald sogar den Motor zu Hilfe nehmen, mit dem Ziel, am Spätnachmittag die Insel Fourni zu erreichen. Von dort sind es noch einige Stunden bis Ikaria, einer Insel, die wir noch nicht kennen, und die als reizvoll und ursprünglich beschrieben wird.
Gegen Mittag ändert sich die Lage, die Wellen werden ruppig und der Wind nimmt auf über 20kn zu, der Am-Wind-Kurs wird ungemütlich. Wir verzichten für heute auf Fourni, drehen ab und erreichen in herrlicher Raumschotsfahrt um 1/2 3 die Insel Arki.
Beim Kreuzen stellte sich heraus: die neue Windanzeige zeigt die Windrichtung um ca. 20° verkehrt an. Ich hatte den Techniker nach der Montage noch gefragt, ob man das nicht kalibrieren muss, aber er meinte, alles wäre perfekt… Zum Glück erklärt das Manual, wie die Kalibrierung funktioniert, und wir holen das nach.
Der einzige Ort auf Arki ist das hübsche Fischerdorf Augusta, mit nur wenigen Dutzend Häusern. Leider gibt es am Kai auch nur Platz für etwa 12 Yachten, und die österreichische Oceanis, die 5 Minuten vor uns einläuft, belegt den letzten Platz. Aber auch heute haben wir Glück, ein Segler zeigt uns den Kai der kleinen Inselfähre, die erst übermorgen zurückkommt, und wir gehen dort längsseits.
Nach dem Schwimmen am Abend gibt es bei Manolis ausgezeichnete Tarama, und Lammkoteletts.