Kategorien
Eos Blog 2025

Nun also der Motor…?

Freitag, 3.10.25 Symi

Wegen Regen und Gewitter bleiben wir einen weiteren Tag in Symi Stadt. In einer Regenpause laufen wir in die nördliche Nachbarbucht und zur Kirche Agia Evangelistra mit schöner Aussicht. Schon gestern waren wir abends noch – ebenfalls zu Fuß – in der Bucht Pedi, und konnten für den Rückweg den stündlich verkehrenden Bus nehmen.

Bastelstunde an der Bordelektrik…

Samstag 4.10.25: mit Stress nach Tilos

Mit Symi haben wir den südöstlichsten Punkt unserer Reise erreicht, und es ist Zeit für den Rückweg, auch wenn uns bis zum Krantermin noch zwei Wochen bleiben. Tagesziel ist das ca. 30sm entfernte Nisyros. Wegen Beinahe-Flaute kommt dabei unser guter Volvo zum Einsatz – bis er nach 4 Stunden Fahrt gegen 13 Uhr zu spinnen anfängt: d.h. die Drehzahl sinkt plötzlich ab, erholt sich dann, schwankt wieder, und nach einigen Minuten geht er aus. Nach Neustart das gleiche – der Motor streikt! Vermutlich ist die Dieselzuleitung irgendwo verstopft. Die Kraftstoffpumpe saugt den Diesel über einen Wasserabscheider als Vorfilter und einen weiteren Filter aus dem Tank und zu den Einspritzdüsen. Eine mögliche Fehlerursache wäre die gefürchtete „Dieselpest“, eine bakteriell bedingte Verklumpung des Diesels.

Im Seegang traue ich mich nicht, die Filter auszubauen, also Planänderung: unter Segel in den nächstgelegenen Hafen, Livadia auf Tilos, wo wir ja schon zwei Nächte lagen. Bei leichtem Wind kreuzen wir dorthin und ankern zunächst vor dem Hafen. Ohne Motorhilfe in einem Hafen zu manovrieren, ist immer heikel, unter Umständen schlicht unmöglich. Aber die Umstände sind günstig, der kleine Hafen ist heute fast leer und schwacher Wind kommt aus passender Richtung. Telefonisch bitten wir den Hafenmeister um Hilfe beim Leinen-Annehmen, bereiten alle Fender und Leinen vor, setzen das Groß stark gerefft, und lassen uns vom achterlichen Wind an die Pier schieben. Groß einrollen, mit der Mittelspring einbremsen – passt!

Auf meine Bitte ruft der Hafenmeister den Mechaniker Michalis herbei, denn ich bin unsicher, ob ich das Problem alleine lösen kann. Als ich ihm die Situation demonstrieren will, springt der Motor sofort an und zeigt keine weiteren Symptome! Gemeinsam mit Michalis reinigen wir trotzdem den Vorfilter. Unter fünf Ersatzfiltern, die wir mitführen, ist leider gerade der passende nicht dabei. Nach Wiedereinbau des gereinigten Filters ein längerer Probelauf ohne Problem und festes Daumendrücken!

Sonntag 5.10.25 zur Vulkaninsel

Er läuft noch…! Zum Glück können wir aber heute weitgehend auf den Volvo verzichten, eine schöne Segelbrise bringt uns die knapp 20 Meilen nach Nisyros.

Die Vulkaninsel Nisyros kennen wir vom letzten Jahr, sie wird fast nur von Seglern besucht, denn das einst erbaute Thermalbad mit Hotel ist längst verfallen und wartet auf neue Investoren.

Wir melden uns telefonisch bei Stavros an, dem freundlichen Autovermieter und Tausendsassa des Hafens Paloi. Er weist uns noch auf die nicht markierte Untiefe mitten in der Hafeneinfahrt hin – die unmittelbar vor uns einlaufende Yacht hat diese Information offensichtlich nicht, und läuft auf! Nach einem Bad im Meer können wir bei Stavros noch duschen, ein seltener Luxus.

Montag, 6.10.25: Herum um Kos bis Kalymnos

Am Dienstag/Mittwoch soll ein nächstes Regengebiet durchziehen, mit Starkwind und Gewitter. Nach Abwägung verschiedener Alternativen entscheiden wir uns, diese in Pothia abzuwettern, dem Hauptort von Kalymnos mit seinem großen Fährhafen.

Leider hält der heutige Wind nicht ganz, was die Prognose versprach. Wir müssen den größeren Teil der 40 Meilen motoren, haben aber zum Schluss immerhin noch ein paar schöne Segelstunden bei ruhiger See, Sonne mit Wolken. Gegen Abend wird die Bewölkung dichter, uns es kommt keine Badestimmung mehr auf. Beim Blick auf das aktuelle Wetter in Bayern wollen wir uns aber über unsere 20-24° nicht beschweren.

Eine Antwort auf „Nun also der Motor…?“

Die Kommentare sind geschlossen.