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Eos Blog 2025

Tilos

Sonntag 28.9.25 – 55 Meilen nach Tilos

Unsere Erkältungen sind weitgehend ausgestanden, der Wind lässt nach, das Rigg ist repariert und so fühlen wir uns fit für die lange Überfahrt nach Tilos. Mit 5 Beaufort losgesegelt, müssen wir bald ausreffen und einige Stunden sogar motoren, um die 55sm noch bei Tageslicht zu schaffen.

Wir steuern Livadia im Osten von Tilos an. Weil wir erst um halb 6 abends ankommen, rechnen wir mt einem überfüllten Hafen. Plan B wäre, in der weiten Bucht zu ankern. Aber es sind sogar 3 Plätze frei, der Hafenmeister weist uns einen an, und wir verbringen eine ruhige Nacht.

Montag, 29.9.25 – Kacke

Am Morgen die nächste Überraschung: der Fäkaltank ist verstopft, nichts geht mehr! Genervt verschieben wir das Problem auf später, verlassen das Boot und erkunden Tilos per Mietwagen.

Tilos war schon im Altertum besiedelt und Teil des Attischen Seebunds. Heute hat es nur wenige hundert Bewohner, einige Hotels und Strände, bleibt aber vom Massentourismus verschont. Man versucht sich mit Mülltrennungsappellen ein nachhaltiges Image zu geben, aber die Beschriftungen der Trennbehälter sind verschwunden oder vergammelt, im Supermarkt gibt es genauso viele Plastiktüten wie im Rest des Landes…
Ein hochmodernes archäologisches Museum überrascht uns mit freiem Eintritt und gut gemachten Exponaten aus drei Jahrtausenden Besiedlung.

Das großartig an steilem Fels gelegene Kloster Agios Panteleimon (der lokale Insel-Heilige) hat entgegen der Auskunft nicht geöffnet,  aber die Außenbereiche können wir besuchen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Insel lassen wir links liegen: im Elefantenmuseum, wenn es geöffnet hätte, könnte man Überreste der Zwergelefanten bewundern, die hier vor zigtausend Jahren lebten.

Im winzigen Hafen Agios Antonios entdecken wir eine einzige Yacht, eine große ältere Bavaria, ca. 50 – 55 Fuß. Bimini und Sprayhood fehlen, ebenso beide Kompasse. Sie liegt notdürftig gesichert längsseits am Kai, der Steven stößt am Beton an. Der Wirt des Hafencafés erklärt: vor zwei Jahren kam das Boot hier mit 60 Flüchtlingen an, alle sprangen über Bord, wurden gerettet und nach Kos ins Lager gebracht. Niemand kümmert sich seitdem um das Boot.

Am Abend verlassen wir den Hafen, um an einem nahen Ankerplatz die Drecksarbeit zu erledigen: den Fäkaltank sollte man ja besser nicht im Hafenbecken entleeren!Über die Details dieser Aktion schweige ich lieber. 

Abendbucht mit Landleine nahe Livadia