Mittwoch, 18. Juni 25: Insel-Idyll
In der Nacht hält der Nordwind an, bei Böen von 23kn brauche ich ein paar Stunden, um das nötige Vertrauen in die Anker zu entwickeln. Ja, die Anker, denn ausnahmsweise haben wir einen Zweitanker V-förmig nach Steuerbord ausgebracht, um einen Sicherheitsabstand von den Felsen einzuhalten. Wäre vielleicht nicht nötig, aber das Boot schwoit so weniger, und unsere Position bleibt stabil.
Wir genießen die einsame, herrliche Bucht, und fahren am Nachmittag nur 1 Meile „ums Eck“ in den einzigen Hafen von Agathonisi. Hier gibt es einen Minimarkt und zwei Tavernen, und vier mal in der Woche eine Fähre nach Samos und zu den Inseln des Dodekanes.




Donnerstag, 19. Juni 25: nach Samos
In Samos wollen wir ja am Samstag Karl an Bord nehmen. Wir segeln heute 24 Meilen bei wechselnden nördlichen Winden und wenig Welle. Die Seeenge zwischen Samos und der türkischen Küste ist nur eine Meile breit und hat eine gegen die Windrichtung laufende Strömung. Der Plan, in der vom Handbuch als „paradise“ gepriesenen Bucht von Psili Ammos zu ankern, geben wir auf, weil neben den dort schon liegenden Yachten kaum Platz bleibt. So ankern wir beim Örtchen Posidonio in einer großen, gut geschützten Bucht mit rund einem Dutzend Yachten.
Unterwegs haben wir eine fehlende Mutter am Gestell der Solaranlage entdeckt, die ersetzt werden muss. In meinem Sammelsurium finde ich tatsächlich zwei passende Muttern – leider geht bei der Reparatur ein Gabelschlüssel baden, und die Bergungsversuche mit Schnorchel und Neodym-Magneten scheitern. Karl wird Ersatz bringen.
Der sympathisch verschlafene Ort hat eine Taverne, einen sehr kleinen Minimarkt und die obligatorische Kapelle, hier Agios Nikolaos. Frisches Brot gibt es morgens.





Freitag, 20. Juni: Chillen in Posidonio
Für Samstag haben wir einen Platz im nur ein paar Meilen westlich gelegenen Pythagorio gebucht, so bleibt uns heute viel Zeit zum Baden, Basteln, Blog schreiben, Lesen etc.
Pythagorio (1600 Einwohner) ist übrigens nach dem Mathematiker und Philosophen benannt, der unter anderem auf Samos lebte. Er verließ die Insel dann im Streit mit dem Tyrann Polykrates – schon damals mochten wohl Autokraten die Wissenschaft nicht.


Eine Antwort auf „Von Agathonisi nach Samos“
Sieht Alles wunderschön aus. LG