Willkommen auf der Homepage der SY Eos. Alle unsere Blog-Beiträge findet ihr im „Logbuch„. Hier der neueste Beitrag:
- Dem Unwetter entgangen
In den Zeitungen lesen wir von schrecklichen Stürmen und Sturzfluten in weiten Teilen der Ägäis. In Kreta wurde jemand vom Blitz erschlagen und es fielen unglaubliche 500 Liter Regen an einem Tag. Wir bekommen davon so gut wie nichts ab, nur anderthalb Tage bleibt der Himmel bedeckt und in der Ferne erkennen wir dunkle Wolken.
Samstag 3. Oktober: Pserimos
Mit angenehmer Segelbrise schippern wir von Vathy 10 Meilen zur Nachbarinsel Pserimos und ankern in türkisgrünem Wasser auf 3,5m Tiefe. Als der schwache Wind nachts um 22 Uhr auf Ost dreht und das Heck Richtung Strand dreht, erschreckt mich der Blick auf das Echolot, es schwankt zwischen 1,9 und 2,0m – unser Kiel ist 1,90m! Okay, die Anzeige ist auf einen kleinen Sicherheitspuffer eingestellt, aber viel mehr als die sprichwörtliche Handbreit Wasser bleibt da nicht. Ich kürze die Ankerkette um 5 m und halte Wache, bis gegen Mitternacht der Wind weiter abflaut, so dass mir die Situation stabil erscheint.

Bucht in Pserimos Sonntag, 4. Oktober: Pothia
Am nächsten Morgen herrliche Sonne, Windstille, Badewetter.


Wir fahren um Pserimos herum zurück nach Kalymnos, in den Hauptort Pothia.
Zum Abschied von Conny und Bernd, die morgen von Kos zurückfliegen, gibt es noch ein Dinner im netten „Bakalogatos“. Unsere Lammkoteletts enttäuschen allerdings etwas, mit viel Knochen und Flechsen, was man leider hier oft bekommt.

gefiederter Mitsegler im Käfig… 
… und sein freier Verwandter zu Besuch auf unserem Deck Montag, 5. Oktober: Pserimos
Am Montag früh scheitert ein letzter Versuch, bei der Piraeusbank das Konto aufzulösen – 90 Minuten warten für nix.
Während ich unterwegs bin, lässt Bernd – bevor er mit Conny die Fähre nach Kos nimmt – sich nochmal in den Mast hochziehen, um das Dampferlicht zu reparieren. Leider muss er feststellen, dass das Kabel direkt am Mastaustritt gerissen ist und die Reparatur damit etwas aufwändiger. Immerhin können wir für das Deckslicht (ebenfalls am Mast) eine Ersatz-Halogenlampe kaufen und einbauen.
Auch finde ich hier im städtischen Pothia einen Schlosser, der uns den Bootsschlüssel kopiert – Kosten 1,50€!

Zacharoplastio in Pothia Der Gas-Mann Dimitris holt gegen 10h die leere Gasflasche ab und meint in Griechisch und sehr spärlichem Englisch, wegen Problemen in der Fabrik könne es wohl schon etwa eine Stunde dauern, bis er sie aufgefüllt wieder bringt. Nach mehreren Telefonaten und Entschuldigungen wird es dann 16h, bis wir die Gasflasche zurück haben und endlich den Hafen verlassen können.

Wir segeln nochmal nach Pserimos, wo wir diesmal den kleinen Hafen des einzigen Dorfes ansteuern. Auch dort ankern mittags viele „Piraten“ aus Kos, aber bei unserer Ankunft am Abend liegt nur eine weitere Yacht am Kai, und die wenigen Restaurants am Strand warten vergebens auf Besucher – die Saison geht zuende!

Blick von Pserimos nach Kos 
Dienstag, 6. Oktober: Xirokampos

Heute sind wir rund 5 Stunden unterwegs für die 23 Meilen nach Leros, zuerst mit Motor gegen 18-20kn Wind, dann bei abnehmendem Wind auf Kreuzkurs, und schließlich erreichen wir mit voller Besegelung das wohlbekannte Xirokampos.

Xirokampos Mittwoch, Donnerstag, Freitag 7.-9. Oktober: Einwintern, Lakki, Archangelos
In der Lakki Marina haben wir zwei Nächte vorgebucht. Am Mittwoch und Donnerstag erledigen wir dort die meisten Einwinterungsarbeiten: während ich das Motoröl wechsle, wäscht Christel das Salzwasser von Deck, Leinen und Segel ab, das Dinghy wird eingepackt usw.
Um die Reparatur des Dampferlichts abzuschließen, brauche ich eine Nietzange. Unaufgefordert nimmt mich der freundliche Marinero der Marina auf seinem Moped mit zum Baumarkt, wo es jede Art Werkzeug gibt.

Dann lasse ich mich also nochmal hochziehen, um Bernds Arbeit fortzusetzen. Als alle Kabel oben an der Leuchte wiederhergestellt sind, geht sie immer noch nicht! – Auch am Mastfuß bei der Decksdurchführung entdecke ich eine weitere Schadstelle, genauer: eine gepfuschte Kabelverbindung! Nachdem die repariert ist, geht es noch mal hoch auf Salinghöhe (ca 5m), es kommt die Nietzange zum Einsatz, und endlich passt alles! (schau mer mal, wie lange…).

Abendstimmung in Lakki Nachts kühlt es jetzt schon auf 14° ab, und das Deck ist am Morgen – anders als noch vor zwei Tagen – klatschnass, aber die Sonne scheint noch kräftig und wir baden jeden Tag. Bei Fast-Flaute fahren wir am Freitag die kurze Strecke an das Nord-Ende von Leros und ankern in der gewohnten Bucht von Archangelos, um von dort am Samstag die letzten Meilen zum Kran zu fahren.
Samstag auskranen, Montag Rückflug.

