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- Kalymnos
Mittwoch 30. September: Palionisos/Kalymnos
Da für den Nachmittag guter Segelwind erwartet wird, nutzen wir den Vormittag für einen kurzen Landausflug mit Spaziergang zu der hübschen Kapelle „Panagia Kavouradena“ (d.i. etwa Muttergottes mit dem Krebs“) am Strand.
Mit dem Dinghy besuchen wir Michael auf seiner Oceanis 37, der zufällig nur 100m von uns ankert.
Nach Studium der Wetterberichte und längerer Diskussion planen wir, heute an die Ostseite von Kalymnos zu fahren, mit dem Ziel, am Sonntag Abend dann in Pothia zu sein, dem Haupthafen von Kalymnos.

Nach gut zwei Stunden flotter, etwas schaukeliger Raumschotsfahrt erreichen wir Palionisos. Anders als der Name erwarten lässt, ist Palionisos keine Insel, sondern eine tief eingeschnittene Bucht an der Ostküste von Kalymnos. Dort lagen wir schon mehrmals an den großen, stabilen Muringtonnen der beiden Tavernen. In der Nähe gibt es in der steilen Felsenküste eine hübsche, namenlose Seitenbucht, die uns schon beim Vorbeifahren immer als attraktiver Ankerplatz aufgefallen ist, aber nur einer einzigen Yacht Platz bietet. Dort legen wir uns mit Anker und Landleine auf 5m Tiefe mitten vor den schmalen Kiesstrand.

Donnerstag 1. Oktober: Vathy/Kalymnos

Sonnenaufgang in der Ankerbucht 
Ziegenherde im Morgenlicht Die Nacht in der Ankerbucht ist nur mittel-entspannt: obwohl meistens nur eine leichte Brise weht, kommen in der zweiten Nachthälfte immer wieder Fallböen vom steilen Berg herunter und lassen unsere Leinen laut knarrend einrucken.
Morgens dann der spannende Moment: Bernd holt die Landleine ein, das Boot schwenkt am Anker nach Lee – wird der Anker problemlos hochkommen, oder drücken die Böen uns zu weit Richtung Felsküste? Beim Schnorcheln hatten wir beobachtet, dass die Kette unter einem großen Stein klemmt und der Anker auf einer Felsplatte liegt, statt sich im Sand einzugraben. Nach einer Schrecksekunde – der Anker hängt im Fels – löst sich er sich mit einem Ruck, und wir sind frei. Bravo für die vierköpfige Crew!
Bei besten Segelbedingungen, raumschots um 15kn Wind – fahren wir mit Höchstgeschwindigkeit knapp zwei Stunden nach Vathy, einem tiefen Einschnitt an der Ostküste von Kalymnos mit einem charmanten Fischerhafen.

Yachtkai in Vathy 
Über dem Hafen von Vathy Der Ort ist so attraktiv, dass er täglich Hunderte Touristen anzieht, die mit „Piraten“-Schiffen aus Kos und Pothia (Hauptort Kalymnos) herkommen. Am Nachmittag ab 15 Uhr kehrt dann Ruhe ein, es bleiben nur die Segler. 13 Yachten liegen am Kai, alle eingeparkt mit freundlicher Hilfestellung des Schwammverkäufers und informellen Hafenmeisters, der jeden Stein in der schmalen Bucht kennt und die Skipper souverän mit klaren Kommandos einweist.
Am Abend eine große gegrillte Dorade für uns alle bei „Poppy’s Restaurant“.
Freitag, 2. Oktober: Vathy
Wegen des erwarteten Starkwinds mit Böen um 27kn bleiben wir in Vathy und wandern einige Kilometer landeinwärts. Leider ist der Weg zwar in unserer Wanderkarte (Dank an Otto!), aber nicht in der Wirklichkeit gut markiert. Er führt über felsiges Gelände mit struppigem Macchia-Bewuchs und Ziegenherden.

Über Stock und Stein 
Meerzwiebeln (sagt Flora Incognita) Auf dem Rückweg entdecken wir noch die Reste der byzantischen Kirche Taxiarchis (Erzengel) Michael aus dem 13. Jahrhundert.

Bodenmosaik Als wir ans Boot zurückkommen – für die paar Kilometer haben wir durch häufiges Suchen nach dem Weg drei Stunden gebraucht – liegt unser Heck mt dem Kugelfender auf Tuchfühlung mit der Kaimauer: Offensichtlich hat ein fremdes Boot (Piratenboot?) unseren Anker rausgerissen. Nachdem ich die Kette einige Meter hochhole, scheint er zu halten, und wir hoffen, dass er auch den nächtlich erwarteten Böen standhält.

