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Ins Winterlager

Montag 13.10.25: Von Patmos nach Lipsi

Mit gemütlichen 3 Windstärken segeln wir vorbei an einem der Kreuzfahrtschiffe, die hier vor Patmos täglich ankern, ins nahe Lipsi.

Wir legen im Stadthafen an und leisten uns am Abend ein feines Essen bei Manolis: Kaninchen-Stifado und Kalbsbäckchen in Süßweinsauce !

Dienstag 14.10.25: Endlich wieder frei ankern

Am Samstag ist unser Krantermin, vorher ist noch der Motorservice zu machen, so bleibt keine Zeit für größere Entfernungen. Wir bleiben auf Lipsi, verlassen aber den Stadthafen zugunsten einer Ankerbucht namens Kouloura, die wir noch nicht kennen. Vorher fahren wir den kurzen Umweg durch die kleine Gruppe der Chalavra-Inseln, allesamt felsig und unbewohnt und mit wenig Ankermöglichkeiten.

Mittwoch/Donnerstag 15/16.10.25: Das Einwintern beginnt

Für Mittwoch und Donnerstag haben wir zwei Nächte in der „Lakki Marina“ reserviert, in Lakki, dem Haupt- und Fährhafen von Leros. Die Lakki Marina gehört zu unserer Werft und der Liegeplatz ist in unserem Jahresvertrag enthalten.

Ich wechsle das Motoröl und den Filter. Letzteres erweist sich wieder mal als langwieriger denn erwartet – natürlich sitzt der alte Filter felsenfest, und mein extra gekaufter Kunststoff-Filterschlüssel stellt sich nach vielen Versuchen als untauglich heraus. Zum Glück hilft der freundliche Marinero aus und leiht mir ein solides stählernes Werkzeug.

Erstmals tausche ich auch das Kühlmittel im Motor, einschließlich dem mit dem Kühlkreislauf verbundenen Warmwasser-Boiler. Das gelingt nicht ganz ohne dass etwas von dem schmierigen Zeug in die Bilge läuft.

Christel wäscht die ganze Yacht, das Dinghy und alle Leinen mit Süßwasser, und wir packen das Schlauchboot – ohne Luft, aber immer noch sperrig und schwer – in einen Sack unter Deck.

Ein Paar Plätze weiter liegt die Bavaria 39 Cruiser „Crazy Pelican“ von John und Pam aus Liverpool, die wir schon in Patmos getroffen hatten. Sie laden uns auf einen Drink am Abend ein und wir tauschen uns über das Seglerleben aus. Wie wir sind sie unterwegs zum Krantermin am Samstag bei Moor&Dock.

Freitag 17.10.25 Archangelos

Archangelos heißt die kleine Insel im Norden von Leros, wo wir schon öfters vor und nach dem Kranen geankert haben. Es gibt hier eine schöne Ankerbucht mit einer Taverne und Muringbojen.

Nachdem wir am Vormittag in Lakki bei beinahe-Windstille die Segel ausgeroolt und gewaschen haben, trocknen sie unterwegs in der Herbstsonne und werden an der Boje dann runtergenommen und verstaut.

Zur Belohnung gibt es noch ein Bad im Meer und den letzten Campari als Anlegeschluck.

Am Abend profitieren wir davon, dass John und Pam ihr Dinghy, anders als wir – noch nicht eingepackt haben: sie leisten uns Taxi-Dienste zur Taverne.

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Heilige Insel

Freitag 10.10.25: entspannt nach Patmos

Um den für das Wochenende angedrohten Starkwind zu meiden, segeln wir am Freitag die wenigen Meilen bis Patmos, wo wir am etwas verkehrs-lärmigen, aber sicheren Stadtkai festmachen.

Samstag, 11.10.25 : Drei-Buchten-Wanderung

Wir wandern über wenig bis nicht befahrene Straßen und felsige Pfade über das Dorf Meloï nach Kampos im Norden der Insel. Unterwegs bei einem Badestopp am Strand von Agrio Livado ist das Mer schon etwas abgekühlt, die Strandbar ist verwaist, und nur einzelne Badegäste sonnen sich zwischen den Tamarisken.

Nach einer Stärkung mit gegrilltem Kalamari bei „Sea & Sun“ am Strand von Kampos geht es mit dem Insel-Bus zurück. Der Bus verkehrt pünktlich 4-6 mal täglich zwischen den wenigen Ortschaften von Patmos.

Sonntag, 12.10.25 Höhle der Offenbarung

Zu Fuß erreichen wir über alte Pflasterwege („Kalderimi“) eine der Hauptattraktionen von Patmos: Anno 95 nach Christus hat hier in einer Höhle ein Heiliger Johannes das Buch der Offenbarung niedergeschrieben – wie Katholiken wissen, das letzte Buch der Heiligen Schrift, mit schwer verständlichen Prophezeihungen über das Ende der Welt, die Apokalypse. Ich schreibe bewusst „ein Heiliger Johannes“, es handelt sich nicht um den gleichnamigen Apostel, und wahrscheinlich auch nicht um den Evangelisten, sondern Johannes Theologos, den Theologen. Recht verwirrend, Wikipedia kennt fast 50 heilige Johannesse!

Am Abend eine weitere Kurzwanderung zum Kirchlein Agios Konstantinos und Agia Eleni, mit Sonnenuntergang über dem 45 Meilen entfernten Naxos.

Das Saisonende ist nah!
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Im Herbstwetter nach Norden

Dienstag 7.10.25 Hafentag in Pothia

Am Dienstag ziehen noch ein paar Regenschauer durch, der kräftigste erwischt uns gerade, als wir am Vormittag neu ankern wollen – der Anker ist etwas geslippt, fasst dann aber wieder. Der Grund zeigt sich erst am nächsten Tag beim Anker-Einholen. Das Eisen hatte sich nämlich in einem Fischernetz und Resten einer alten Boje verfangen.

Anker klarieren

Mehrere Stunden kämpfe ich mit der nicht funktionierenden rot-grünen Positionslaterne am Bug. Nachdem ich vor Tagen schon eine marode Steckverbindung im Ankerkasten erneuert hatte, muss ich feststellen: auch das letzte Kabelstück ist irgendwo unterbrochen. Es zu erneuern, klingt einfacher als es ist, denn es verläuft innerhalb des Bugkorbs, in einem Stahlrohr mit drei Biegungen. Als die Reparatur dennoch gelingt, strahlt der Skipper fast so hell wie die Laterne – die mühsam verdienten kleinen Alltagsfreuden des Seglers.

Kabel einziehen

Am Abend ein kleiner Spaziergang zu den Ruinen der Festung Chrysocheria oberhalb von Pothia, und Einkaufen im gut sortierten AB-Markt.

Mittwoch 8.10.25 von Pothia nach Archangelos

Heute ist Westwind angesagt, der später in der Woche auf Nord dreht – somit ist heute ein guter Tag, um nach Norden zu fahren. Trotz angenehmer 3-4 Beaufort (in Böen 5) ist die See etwas rauh, aber wir kommen gut voran, und entscheiden unterwegs, nicht nur an Kalymnos, sondern auch gleich an Leros vorbeizufahren, um in der sicheren Ankerbucht auf der kleinen Insel Archangelos zu übernachten. Ein kanadischer Segler weist uns auf eine freie Muringleine hin, die mit einer Behelfsboje aus zwei leeren Wasserflaschen markiert ist. Dort anlegen ist fast noch einfacher als ankern, und wir verbringen eine ruhige Nacht. Allerdings wird es am Abend schon herbstlich frisch – naja 19°, aber Wind und Nieselregen, jedenfalls kein Badewetter. Auch merkt man, dass die Tage täglich kürzer werden, und um 19h ist es dunkel.

Der Internetempfang ist an diesem Ankerplatz so gut, dass ich problemlos an meinem Zoom-Griechischkurs teilnehmen kann.

Donnerstag, 9.10.25 Porto Augusta

Unser Tagesziel ist zunächst das hübsche Lipsi, unterwegs planen wir um und fahren bei leichtem Westwind weiter bis Arki. Vormittags unter grauen Wolken und mit warmer Kleidung fühlen wir uns ein bisschen wie auf der Ostsee, aber das Barometer steigt, Wolken werden lockerer, und am Nachmittag setzt sich die Sonne durch.

Das (einzige) Dorf Porto Augusta auf Arki haben wir in guter Erinnerung, allerdings gibt es hier nur etwa 10 Liegeplätze. Wir zwängen uns gegen 14h in die letzte Lücke zwischen einem dicken traditionellen Zweimaster und einer kleinen italienischen Yacht. Ein Glück, dass Eos nur 3,60m breit ist, sonst hätten wir hier nicht reingepasst.

Übersicht

Für die, die die Ägäis-Karte nicht im Kopf haben und es trotzdem genau wissen wollen, hier noch unsere bisherige Route von 23.9. bis heute 9.10.25:

Leros – Kalymnos – Astypalaia – Tilos – Symi – Tilos – Nisyros – Kalymnos – Archangelos – Arki

hier klicken für eine interaktive Google-Karte

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Nun also der Motor…?

Freitag, 3.10.25 Symi

Wegen Regen und Gewitter bleiben wir einen weiteren Tag in Symi Stadt. In einer Regenpause laufen wir in die nördliche Nachbarbucht und zur Kirche Agia Evangelistra mit schöner Aussicht. Schon gestern waren wir abends noch – ebenfalls zu Fuß – in der Bucht Pedi, und konnten für den Rückweg den stündlich verkehrenden Bus nehmen.

Bastelstunde an der Bordelektrik…

Samstag 4.10.25: mit Stress nach Tilos

Mit Symi haben wir den südöstlichsten Punkt unserer Reise erreicht, und es ist Zeit für den Rückweg, auch wenn uns bis zum Krantermin noch zwei Wochen bleiben. Tagesziel ist das ca. 30sm entfernte Nisyros. Wegen Beinahe-Flaute kommt dabei unser guter Volvo zum Einsatz – bis er nach 4 Stunden Fahrt gegen 13 Uhr zu spinnen anfängt: d.h. die Drehzahl sinkt plötzlich ab, erholt sich dann, schwankt wieder, und nach einigen Minuten geht er aus. Nach Neustart das gleiche – der Motor streikt! Vermutlich ist die Dieselzuleitung irgendwo verstopft. Die Kraftstoffpumpe saugt den Diesel über einen Wasserabscheider als Vorfilter und einen weiteren Filter aus dem Tank und zu den Einspritzdüsen. Eine mögliche Fehlerursache wäre die gefürchtete „Dieselpest“, eine bakteriell bedingte Verklumpung des Diesels.

Im Seegang traue ich mich nicht, die Filter auszubauen, also Planänderung: unter Segel in den nächstgelegenen Hafen, Livadia auf Tilos, wo wir ja schon zwei Nächte lagen. Bei leichtem Wind kreuzen wir dorthin und ankern zunächst vor dem Hafen. Ohne Motorhilfe in einem Hafen zu manovrieren, ist immer heikel, unter Umständen schlicht unmöglich. Aber die Umstände sind günstig, der kleine Hafen ist heute fast leer und schwacher Wind kommt aus passender Richtung. Telefonisch bitten wir den Hafenmeister um Hilfe beim Leinen-Annehmen, bereiten alle Fender und Leinen vor, setzen das Groß stark gerefft, und lassen uns vom achterlichen Wind an die Pier schieben. Groß einrollen, mit der Mittelspring einbremsen – passt!

Auf meine Bitte ruft der Hafenmeister den Mechaniker Michalis herbei, denn ich bin unsicher, ob ich das Problem alleine lösen kann. Als ich ihm die Situation demonstrieren will, springt der Motor sofort an und zeigt keine weiteren Symptome! Gemeinsam mit Michalis reinigen wir trotzdem den Vorfilter. Unter fünf Ersatzfiltern, die wir mitführen, ist leider gerade der passende nicht dabei. Nach Wiedereinbau des gereinigten Filters ein längerer Probelauf ohne Problem und festes Daumendrücken!

Sonntag 5.10.25 zur Vulkaninsel

Er läuft noch…! Zum Glück können wir aber heute weitgehend auf den Volvo verzichten, eine schöne Segelbrise bringt uns die knapp 20 Meilen nach Nisyros.

Die Vulkaninsel Nisyros kennen wir vom letzten Jahr, sie wird fast nur von Seglern besucht, denn das einst erbaute Thermalbad mit Hotel ist längst verfallen und wartet auf neue Investoren.

Wir melden uns telefonisch bei Stavros an, dem freundlichen Autovermieter und Tausendsassa des Hafens Paloi. Er weist uns noch auf die nicht markierte Untiefe mitten in der Hafeneinfahrt hin – die unmittelbar vor uns einlaufende Yacht hat diese Information offensichtlich nicht, und läuft auf! Nach einem Bad im Meer können wir bei Stavros noch duschen, ein seltener Luxus.

Montag, 6.10.25: Herum um Kos bis Kalymnos

Am Dienstag/Mittwoch soll ein nächstes Regengebiet durchziehen, mit Starkwind und Gewitter. Nach Abwägung verschiedener Alternativen entscheiden wir uns, diese in Pothia abzuwettern, dem Hauptort von Kalymnos mit seinem großen Fährhafen.

Leider hält der heutige Wind nicht ganz, was die Prognose versprach. Wir müssen den größeren Teil der 40 Meilen motoren, haben aber zum Schluss immerhin noch ein paar schöne Segelstunden bei ruhiger See, Sonne mit Wolken. Gegen Abend wird die Bewölkung dichter, uns es kommt keine Badestimmung mehr auf. Beim Blick auf das aktuelle Wetter in Bayern wollen wir uns aber über unsere 20-24° nicht beschweren.

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Symi

Dienstag 30.9.25 von Tilos nach Symi

Der Nordwestwind hat die ganze Nacht angehalten, am Ankerplatz zwar nur selten über 10kn. Als wir die Bucht verlassen, wehen aber draußen noch satte 6 Beaufort mit Böen bis 29kn. Raumschots mit passenden Reffs ist das okay, wenn auch recht schaukelig.

Allmählich kommen wir dann ins Lee der türkischen Datça-Halbinsel, die See wird ruhiger, und am frühen Nachmittag ankern wir in der Panormitis-Bucht im Südwesten von Symi. Die Bucht ist fast völlig von Land umschlossen, leichte Dünung kommt dennoch an den Ankerplatz.

Das ganze Südufer der Bucht wird vom Kloster des Heiligen Michael eingenommen, das täglich mehrere Ausflugsschiffe mit Hunderte von Besuchern anzieht, hauptsächlich vom knapp zwei Stunden entfernten Rhodos. Die Besucher werden in Grüppchen durch den kleinen Klosterhof, die Kirche mit wundertätiger St.-Michael-Ikone und natürlich den Kloster-Shop gelotst, und nach weniger als einer Stunde wieder verschifft.

Als gegen 16 h die letzten Besucher verschwunden sind, besuchen auch wir die Kirche. Unsere Erwartung, dass es in der riesigen Anlage mehr zu sehen gibt oder irgendwelche Führungen oder wenigstens Auskunftstafeln, wird enttäuscht. Nur eine alte Frau bedeutet uns, dass die weiteren Gebäude nicht zugängig sind. Immerhin gibt es zwei (jetzt menschenleere) Tavernen und eine Holzofen-Bäcker.

Als wir mit dem Dinghy auf die Eos zurückkommen, besucht uns ein junges deutsches Charterer-Pärchen: sie haben beim Ankermanöver unsere Yacht gestreift und entschuldigen sich mit einer Flasche Weißwein. Der Schaden ist zum Glück sehr gering, oberflächliche Schmierer im Gelcoat, die sich einigermaßen wegpolieren lassen.

Mittwoch, 1.10.25

Erst am Nachmittag verlassen wir die Kloster-Bucht, um an der unbewohnten Insel Seskli südlich von Symi Anker zu werfen. Außer uns übernachtet nur noch eine Österreicher Yacht dort.

Donnerstag, 2.10.25 Symi – der Hauptort

An der felsigen Ostküste Symis gibt einige teils spektakuläre Badebuchten. Bei Beinahe-Flaute erkunden wir sie per Motor und genießen einen gemütlichen Sonnentag. Von Symi ist es übrigens näher zur türkischen Küste als zu den griechischen Nachbarn, demgemäß sehen wir den ganzen Tag über das türkische Gebirge.

Für Freitag sind Gewitter und Starkwind gemeldet, so dass wir einen sicheren Platz brauchen. Daher haben wir schon gestern über Navily (eine Segler-App) versucht, in der Marina Pedi zu reservieren, leider ohne Antwort. Als wir mittags dort einlaufen, werden wir wegen Überfüllung abgewiesen. Dann also gleich 5sm weiter nach Symi Stadt. Im Stadthafen ist genug Platz, ein Bojen-Mann weist uns eine Boje an und hilft beim Anlegen, alles bestens.

Symi (2560 Einwohner laut Wikipedia) ist eine touristische Attraktion mit seinen schön restaurierten farbigen Herrenhäusern im italienischen Stil, aber auch mit regem Betrieb mit Massen von Tagestouristen.

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Tilos

Sonntag 28.9.25 – 55 Meilen nach Tilos

Unsere Erkältungen sind weitgehend ausgestanden, der Wind lässt nach, das Rigg ist repariert und so fühlen wir uns fit für die lange Überfahrt nach Tilos. Mit 5 Beaufort losgesegelt, müssen wir bald ausreffen und einige Stunden sogar motoren, um die 55sm noch bei Tageslicht zu schaffen.

Wir steuern Livadia im Osten von Tilos an. Weil wir erst um halb 6 abends ankommen, rechnen wir mt einem überfüllten Hafen. Plan B wäre, in der weiten Bucht zu ankern. Aber es sind sogar 3 Plätze frei, der Hafenmeister weist uns einen an, und wir verbringen eine ruhige Nacht.

Montag, 29.9.25 – Kacke

Am Morgen die nächste Überraschung: der Fäkaltank ist verstopft, nichts geht mehr! Genervt verschieben wir das Problem auf später, verlassen das Boot und erkunden Tilos per Mietwagen.

Tilos war schon im Altertum besiedelt und Teil des Attischen Seebunds. Heute hat es nur wenige hundert Bewohner, einige Hotels und Strände, bleibt aber vom Massentourismus verschont. Man versucht sich mit Mülltrennungsappellen ein nachhaltiges Image zu geben, aber die Beschriftungen der Trennbehälter sind verschwunden oder vergammelt, im Supermarkt gibt es genauso viele Plastiktüten wie im Rest des Landes…
Ein hochmodernes archäologisches Museum überrascht uns mit freiem Eintritt und gut gemachten Exponaten aus drei Jahrtausenden Besiedlung.

Das großartig an steilem Fels gelegene Kloster Agios Panteleimon (der lokale Insel-Heilige) hat entgegen der Auskunft nicht geöffnet,  aber die Außenbereiche können wir besuchen.

Eine weitere Sehenswürdigkeit der Insel lassen wir links liegen: im Elefantenmuseum, wenn es geöffnet hätte, könnte man Überreste der Zwergelefanten bewundern, die hier vor zigtausend Jahren lebten.

Im winzigen Hafen Agios Antonios entdecken wir eine einzige Yacht, eine große ältere Bavaria, ca. 50 – 55 Fuß. Bimini und Sprayhood fehlen, ebenso beide Kompasse. Sie liegt notdürftig gesichert längsseits am Kai, der Steven stößt am Beton an. Der Wirt des Hafencafés erklärt: vor zwei Jahren kam das Boot hier mit 60 Flüchtlingen an, alle sprangen über Bord, wurden gerettet und nach Kos ins Lager gebracht. Niemand kümmert sich seitdem um das Boot.

Am Abend verlassen wir den Hafen, um an einem nahen Ankerplatz die Drecksarbeit zu erledigen: den Fäkaltank sollte man ja besser nicht im Hafenbecken entleeren!Über die Details dieser Aktion schweige ich lieber. 

Abendbucht mit Landleine nahe Livadia
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Hafentage in Astipalaia

Donnerstag 25.9. – Hafenkino in Skala

Am Donnerstag morgen verlassen wir unsere geschützte Bucht. Nachdem wir unter Motor die ersten 3 Meilen nach Luv in rauher See bewältigt haben, geht es rasant raumschots gen Südost, und nach rund zwei Stunden erreichen wir das ruhige Wasser im Lee der Insel. Noch vor Mittag legen wir im sicheren Haupthafen von Astypalaia mit dem Heck an der Mole an, zwischen einem Schweizer Katamaran und einer wunderschönen Hallberg Rassy 61, ebenfalls mit Schweizer Skipper.

Bald darauf läuft die Arc en Ciel unserer Tegernseer Freunde ein, die zufällig das gleiche Ziel haben.

Am Nachmittag geht dann das Theater los: eine deutsche Crew eiert buchstäblich stundenlang durch den kleinen Hafen, lässt dauernd das Bugstrahlruder heulen, bricht mehrere Ankerversuche ab, scheuert mit seiner Ankerkette am Motorboot der Küstenwache, und landet – es ist mittlerweile dunkel – manövrierunfähig im Ankergeschirr der HR61, deren Crew nicht an Bord ist. Nach Ratlosigkeit, Diskussionen, und Hilfsangeboten organisiert jemand ein kleines Motorboot, das die Yacht frei schleppt.

Ansteuerung Astypalaia, links oben Chora mit Festung

Mit dem Inselbus fahren wir rauf zur Chora. Von der venezianischen Festung sind außer zwei (geschlossenen) Kirchen nur Ruinen übrig, aber die Aussicht über Hafen, Windmühlen und Insel lohnt sich.

Freitag, 26.9.25 – Erholungstag

Das seemännische Trauerspiel vom Donnerstag setzt sich am Freitag mit einer Österreicher Crew im Hafenbecken fort, die ebenfalls mehrmals quer treiben und fremde Ketten kreuzen, bevor sie einen sicheren Platz finden. Zum Glück sind wir bei dem ganzen Theater nur Zuschauer.!

Wegen unsere Erkältungen –  hatte ich schon geschrieben, dass wir inzwischen beide kränkeln? – keine große Aktivität!

Samstag, 27.9.25 – Rundfahrt Astypalaia

Mit dem Mietwagen erkunden wir die Insel. Sie hat ca. 1400 Einwohner in wenigen Siedlungen, auf dem felsigen Boden gibt es nur wenige Bäume und bewässerte Felder. Der kleine Flughafen mit 2 bis 4 Flügen pro Tag ist heute wegen Starkwind geschlossen.

Die Insel hat mit Unterstützung der Regierung und Kooperation mit Volkswagen ein Nachhaltigkeitsprojekt: Es gibt elektrische Busse und Ruftaxis (Buzz, ID3) und eine zugehörige Buchungs-App. Die seit 2020 geplanten Windkraftanlagen existieren leider noch nicht, und aller Strom wird aus Diesel erzeugt!

Am Nachmittag zurück am Boot, versuche ich am Mast das Dampferlicht zu reparieren. Dazu muss ich bis zur unteren Saling rauf in den Mast, und entdecke mit Schrecken: das Terminal der Backbord-Unterwand ist fast durchgebrochen! Das könnte einen Mastbruch zur Folge haben, was unsere Freunde ja schon erleben mussten. Es ist Samstag Abend – ob wir hier auf der Insel eine Reparatur bekommen? Das Originalteil müsste mitsamt der Want maßgerecht angefertigt werden – keine Chance!

Akute Bruchgefahr!

Der telefonisch um Rat gefragte Hafenmeister verspricht, einen Schweißer zu organisieren, meldet aber kurz darauf, dieser sei heute in Athen. Wir fragen in einem chaotisch wirkenden Hardware Store, wo ich gestern eine Leine gekauft hatte.  Der Händler telefoniert kurz, und verspricht: Manolis kommt zum Hafen und schaut, was er machen kann.

Tatsächlich sind wir kaum im Hafen zurück, als schon ein wettergegerbter alter Herr auf dem Moped auftaucht. Mit ihm zusammen demontiere ich die ca. 5m lange Want, er rollt sie ein und verschwindet damit. Wir haben nicht mal seine Telefonnummer – nach rund 90 Minuten bringt er das Teil sauber geschweißt zurück! Unsere Erleichterung kann ich kaum beschreiben: wenn ich nicht zufällig die Beschläge kontrolliert hätte…, wenn wir diesen Manolis nicht gefunden hätten… !!

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Endlich wieder im Wasser – Leros, Kalymnos, Astipalaia

Samstag 20.9.25 Leros, in der Werft

Unsere Fähre Blue Star 2 kommt nach Stopps in Syros und Patmos planmäßig um 5 Uhr morgens in Lakki/Leros an. Das geschäftige Gewusel bei Ankunft der Inselfähren finde ich immer wieder beeindruckend. Unser vorbestellter Mietwagen steht am vereinbarten Platz, Schlüssel unter der Bodenmatte.

Am Boot angekommen, schlafen wir erstmal noch zwei Stunden, der Schlaf auf dem doch spürbar stampfenden Schiff war nicht so erholsam.

Leider ist das Deck unserer Eos schrecklich verdreckt mit dem feinen Staub vom unbefestigten Werftgelände. Der immer noch starke Wind bläst außerdem von der benachbarten Baustelle – die Werft wird erweitert! – weiteren Sand zu uns. Dazu kommt noch der Matsch von unseren Schuhen, sobald man sich zu Fuß über das Werftgelände bewegt.

Der Staub eines Sommers!

Den restlichen Samstag nutzen wir für den üblichen Großeinkauf, vorher holen wir beim Segelmacher Sifounios unser neues Groß, und beim Marineladen den neuen „Comfort Seat“, ein Geburtstagsgeschenk für Christel.

Comfort Seat

Zum Abendessen treffen wir uns mit Petra und Michael aus Darmstadt, die wir im Hotel in Athen kennengelernt haben, im netten „Lychnari“ in Lakki.

Sonntag, Montag 21/22.9.25 Leros

Mit Bootputzen, Inbetriebnehmen, Testen vergehen fast zwei weitere Tage.

Sonntag Abend ist noch Zeit für einen Badeausflug in die Bucht Blefoutis. Eigentlich wollten wir in der dortigen Taverne essen, aber eine Taufgesellschaft mit Live-Musik ist so laut, dass wir lieber weiterfahren und im Örtchen Gourna eine „Ouzeria“ mit Blick auf den Sonnenuntergang finden.

Leider befällt Christel in der Nacht ein heftiges Fieber mit Erkältungssymptomen, und so ist es vielleicht ganz gut, dass der Krantermin erst am Dienstag ist. Mit Aspirin und anderen Mittelchen kämpft sie sich durch den Tag (… „aber sonst gesund“… ).

Dienstag 23.9.25 Leros – Kalymnos

Endlich gegen halb 10 kommt der Kran und bringt uns routiniert ins Wasser, wir müssen noch das neue Groß aufziehen, und fahren los, leider überwiegend mit Motor, denn der Wind ist heute auf 5 – 7 kn abgeflaut.

Großsegel einziehen

Tagesziel ist die Emporio-Bucht in Kalymnos, wo bis letztes Jahr noch mehrere Muringtonnen der Tavernen lagen. Diese wurden nicht mehr genehmigt und daher entfernt. Schade, denn in der Bucht gibt es so viel Seegras, dass unser guter Rocna erst beim vierten Versuch griff.

Wenn die Windprognose stimmt, dürfen wir auf eine ruhige Nacht hoffen. Morgen planen wir dann die knapp 40 Meilen lange Überfahrt nach Astypalaia.

Mittwoch 24.9.25 Wilder Ritt nach Astipalaia

Nach windstiller, aber schaukeliger Nacht tuckern wir aus der Bucht, nach wenigen Meilen kommt der versprochene Nordwestwind, und wir können segeln. Bald sind Wind und Welle allerdings recht heftig, so dass wir geschafft und froh sind, als wir nach knapp sieben Stunden und 40 sm das Ziel erreichen, die rundum geschützte, binnensee-artige Bucht Vathy im Nordosten von Astypalaia.

Das neue Groß, hier noch ungerefft
Mit 7kn nach Südwest.

Die Insel gehört verwaltungsmäßig zum Dodekanes, obwohl näher an den Kykladen: unterwegs sehen wir im Norden Amorgos und weiter westlich Santorin. Wie die anderen Inseln des Dodekanes kam Astypalaia nach 400jähriger Türkenherrschaft und anschließender italienischer Besatzung erst 1947 zu Griechenland.

Auch für die nächsten Tage ist Starkwind zu erwarten, morgen wollen wir den Haupthafen (Skala) der Insel ansteuern, und voraussichtlich erstmal dort bleiben.

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Gestrandet in Athen

Unser Herbsttörn beginnt mit einem kleinen Abenteuer.

Gebucht war der Flug über Athen nach Leros für Donnerstag, 18.9.25, nachdem wir zuhause noch unsere Sonja zur Einschulung begleiten durften.

Windvorhersage
Schwere See vor Leros

Schön seit einigen Tagen zeichnet sich im Wetterbericht für unseren Anreisetag starker Meltemi ab, bis 8 Beaufort. Darum sind wir nach planmäßigem, ruhigen Flug bis Athen erleichtert, als der kleine Flieger, eine Turboprop-Maschine mit 48 Plätzen, pünktlich um 17.10 in Athen abhebt. Sicherheitshalber haben wir aber Schlafanzug und Zahnbürste ins Handgepäck gepackt, für alle Fälle. Als die Reiseflughöhe erreicht ist, genießen wir die Aussicht auf Andros, Tinos, Mykonos, Ikaria, Patmos und andere, und bleiben optimistisch. Nach nur 30 Minuten beginnt der Landeanflug, und die aufgewühlte See wird immer deutlicher erkennbar. Dann die Durchsage: zu viel Wind zur Landung, erstmal in die Warteschleife. Etwa 30 Minuten wartet der Pilot auf Wetter-Besserung, dann die Entscheidung: zurück nach Athen.

Ich schreibe dies am Freitag Vormittag im Golden Coast Hotel, einem ****-Strandhotel in Marathon, ca 35km nördlich des Flughafens. Für heute Abend ist die Blue Star Fähre von Piräus nach Leros gebucht, jetzt müssen wir nur noch den Mietwagen und den Krantermin klarmachen.

Strand der Bucht von Marathon
Golden Coast Hotel

Die nächste Enttäuschung: die Krantermine für Montag sind überbucht, wir kommen also erst am Dienstag statt Samstag ins Wasser.

Freitag. 11:39 teilt uns die Fährlinie Blue Star mit: wegen eines wetterbedingten Schifffahrtverbot geht die Fähre um 19 statt 18 Uhr, „Ankunft Leros 4:35 – 5:05“. Hoffen wir mal, dass es dabei bleibt!

SMS verschiebt die Abfahrt…
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Das war’s – vorerst…

Samstag, Sonntag 6./7. Juli 25 – Zurück zum Boatyard

Von Xirokampos sind es nur wenige Meilen nach Lakki. Leider reicht heute die schwache Brise nicht zum Segeln. In der Bucht von Lakki angekommen, nutzen wir die Beinahe-Windstille, um das Großsegel zu bergen, denn es bleibt hier beim Segelmacher Sifounis, damit er maßgerecht ein neues schneidern kann.

Am Sonntag morgen geht dann Karl von Bord, um per Taxi den Flug um 10:10 Leros-Athen zu nehmen.

Das Ablegemanöver stellt uns nochmal vor eine kleine Herausforderung, denn man hatte uns den Platz in einer Ecke angewiesen und dann so gut wie zugeparkt, und so versperren uns die Muringleinen der beiden Nachbarn den Weg. Mit Leinenhilfe und – zum Glück – Windstille gelingt das „Ausparken“.

Nachmittags ankern wir am Inselchen Archangelos, uund beginnen mit den Vorbereitungen zum Auskranen: Genua, Bimini, Sprayhood abnehmen und verstauen, Kleidung sortieren etc. etc.

Die Nacht verbringen wir schon an der Tonne von Moor&Dock, und hoffen, dass der vereinbarte Krantermin am Montag nicht zu spät ist.

Unsere Route: Leros – Lipsi – Agathonisi – Samos – Fourni -Arki – Archangelos – Leros – Kalymnos – Pserimos – Leros, ca. 250sm

Montag, 7. Juli 25 – Raus aus dem Wasser

Es klappt, schon vor 8:30 rufen uns die Werftarbeiter auf und eine Stunde später steht die Eos an Land. Christel nutzt die Waschmaschinen und Trockner für Bettwäsche und Kleidung; auch Schoten und Festmacher waschen wir, und versuchen, nicht allzuviel Dreck vom staubigen Werftgelände an Deck zu verteilen.

Bei 35° C ist nach erledigten Arbeiten die ausgiebige Dusche ein herrlicher Höhepunkt des Tages, und am Abend gibt es noch Thunfisch und gefüllten Kalamari im Restaurant im nahen Belfoutis.

Bucht von Belfoutis im Norden von Leros. Hier entstehen mehrere neue Ferienhäuser

Rückflug dann am Dienstag mit Aegean und Lufthansa.

Auf Wiedersehen im September, liebe Eos!